12. Juli 2020

Ein Jahr Working Out Loud – Mein Learning

Vor knapp einem Jahr bin ich durch Zufall auf John Steppers Buch Working Out Loud gestoßen. Vor allem der Untertitel ‚For a better Life and Career‘ machte mich neugierig. Zum damaligen Zeitpunkt war ich gerade auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ich hatte in den letzten Jahren so einiges ausprobiert – angefangen von Shiatsu bis zur Lebens- und Sozialberatung. Beides machte mir richtig viel Spaß und dennoch schien es mir nicht das Richtige zu sein. Das änderte sich schlagartig als ich mich mit Working Out Loud zu beschäftigen begann und das Konzept auch in unserem Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement eine Rolle spielte. Mein Learning aus einem Jahr Working Out Loud will ich hier teilen.

Meine Learnings aus dem ersten WOL-Circle

Im Herbst 2019 gelang es endlich durch Gespräche mit KollegInnen einen Circle zu gründen. Der Drive war da und ich war hoch motiviert. Jedoch sind wir ziemlich bald über einige Unwegsamkeiten gestolpert:

  • Terminfindung und
  • die fehlende Teilnahme von Mitgliedern des Circles.

Mein wichtigstes Learning ist, dass Working Out Loud nur funktioniert, wenn die Treffen regelmäßig und mit allen Circle-TeilnehmerInnen stattfinden. Das Programm kann nur unter dieser Voraussetzung seine Stärken ausspielen, andernfalls sprengt es den Circle – was in unserem Fall ein wenig passiert ist. Warum ein wenig – wir sind noch dran, aber die Lücken machen sich in der fehlenden Dynamik bemerkbar. Für mich bleibt aufgrund dessen die „WOL-Magie“ leider aus und das enttäuscht mich.

Ich glaube dennoch an das Konzept, weshalb ich weiterhin an Circles teilnehmen werde und es in unserem Unternehmen verbreiten möchte. Zudem weiß ich jetzt worauf man wirklich auch ein Auge haben muss und kann das so auch kommunizieren.

3 weitere Learnings:

Es gibt sehr viel über das Konzept, das Programm und die Prinzipien von WOL zu sagen, dennoch möchte ich hier aus meiner Sicht drei wichtige Erfahrungen hervorheben, wenn es darum geht WOL zum Leben zu erwecken.

Die Initiative ergreifen:

Es braucht motivierte KollegInnen die bereit sind und sich trauen das Konzept anderen vorzustellen. Auch wenn es andere mitunter schon nervt, am Ende des Tages sind ein paar dabei die es doch interessiert.

Erfahrungen austauschen

Wie oben bereits beschrieben gibt es einige Stolpersteine, die so banal sind und trotzdem großes Potential haben jeden Circle zu sprengen. Ein Austausch darüber hilft somit allen einen guten Weg zu finden die 12 Wochen Programm durchzuziehen. Wenn Working Out Loud großflächig eingeführt werden soll, kann man sich auch von zertifizierten WOL-Coaches Unterstützung holen.

Mutig sein

Stelle das Programm auch deinen Führungskräften vor. Es hat sich zwar herausgestellt das Working Out Loud sich am besten als Graswurzelbewegung durchsetzt, aber es funktioniert noch besser, wenn auch Führungskräfte die Bildung von Circles mittragen. Vor allem bietet es auch für diese den Vorteil mit ihren Angestellten über Hierarchien hinweg in Kontakt zu kommen.

Was Working Out Loud nicht ist!

Dieser Abschnitt liegt mir besonders am Herzen, denn ich habe immer wieder den Eindruck, das Menschen Working Out Loud mit Selbstdarstellung und Selbstvermarktung verwechseln. Nein, das ist es nicht. Klar geht es um das Sichtbarmachen der eigenen Arbeit, das bedeutet aber nicht ständig darauf hinzuweisen wie toll das man selbst doch ist. Viel mehr geht es darum durch die Sichtbarkeit, Inhalte anderen Menschen zu Verfügung zu stellen und dadurch einen Beitrag zu leisten. Im besten Fall lernst du mit der Zeit deine Beiträge immer besser auf den Bedarf anderer anzupassen. Wissen zu horten, bringt einen heute nicht mehr weiter. Es geht darum zu lernen wie du dein Wissen mit anderen vernetzt und verständlich machst.

Ich würde mich freuen, wenn du deine Erfahrungen als Kommentar mit mir teilst.

Martina Krobath

Vision - Die Zusammenarbeit verbessern. Mission - Knowledge Culture mitgestalten. Weg - Working Out Loud-Prinzipien als Haltung etablieren

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