4. August 2021
WOL-len

Ja, ich WOLle

Aktuell befinde ich mich in meinem 4. WOL-Circle, in der Woche 6. Die zentrale Aufgabe diese Woche lautet „Brief deines zukünftigen Ich“. Es ist eine Rückschau aus der Perspektive ein bis drei Jahre später, die einem dazu anregen soll darüber nachzudenken wie man sein Ziel erreicht hat. Dieses mal ging meine Reflexion über mein aktuelles Ziel hinaus und ließ mich darüber nachdenken, weshalb ich WOLl.

Vor etwa drei Jahren stolperte ich per Zufall über das Buch „Working Out Loud – for a better career and life“. Anfänglich etwas zögerlich, recherchierte ich und war von den positiven Rückmeldungen anderer überrascht. Daraufhin dachte ich mir „Was solls, die paar Euros können nicht schaden“. Um erhlich zu sein, war der anfängliche Grund mir das Buch zu kaufen, meine große Unzufriedenheit im Job und ich suchte nach Lösungen. Ob ich damit eine Lösung gefunden habe, werde ich dir am Ende des Artikels verraten.

Ich begann also damit das Buch zu lesen und rasch war klar, ich möchte bei einem WOL-Circle mitmachen. Bis das jedoch passierte zogen noch einige Monate ins Land. Das Ziel für meinen ersten Circle war aber schon klar. Ich wollte so viel wie möglich über WOL herausfinden und lernen. Inzwischen habe ich viel über die Methode erfahren, verschiedene Menschen kennen gelernt die sich ebenfalls intensiv damit beschäftigen und auch meine Motive besser kennengelernt.

Eines meiner inzwischen stärksten Motive nach den Prinzipien von Working Out Loud zu arbeiten und immer wieder mal an einem WOL-Circle teilzunehmen ist es zu netzwerken. Tatsächlich war ich nie sonderlich gut darin und sicher gibt es auch heute noch reichlich Luft nach oben. Dennoch ermöglichte die Methode mir einen anderen Zugang zu dem Thema zu finden und Ängste die ich in diesem Zusammenhang hatte zu überwinden. Ja genau, richtig gelesen – Ängste. Wir gehen davon aus, dass man Netzwerken lernen kann – stimmt auch, allerdings konnte ich nie mit dem Zugang bei Veranstaltungen Personen einfach anzusprechen etwas anfangen. Ich wusste oft nicht worüber ich reden soll, was ich anzubieten habe oder hatte Angst, dass ich mit meinem Ich-Sein schlichtweg awkward rüberkomme. Working Out Loud hat hier vieles für mich verändert. Die Teilnahme an einem WOL-Circle lenkt den Fokus weg von dem Thema Netzwerken und rückt es gleichzeitig in die Mitte. Klingt Paradox? Okay, ich versuche es zu erklären. In einem WOL-Circle durchläuft man gemeinsam als Gruppe von drei bis fünf Personen einen Prozess über zwölf Wochen. Das täuscht über die Tatsache hinweg, dass man bereits im Circle ein kleines Netzwerk darstellt und man sich in der Regel vorher noch nicht kannte. Während der gemeinsamen Reise lernt man sich dann doch um einiges besser kennen und das hast viel mit den Übungen zu tun, die darin vorkommen.

Du kannst dir das so vorstellen, dass du zuerst dich selbst kennenlernst zum Beispiel mit der Übung „50 Fakten über mich“ und dir damit einen Pool an möglichen Ressourcen für dich und andere erarbeitest. Netzwerken bedeutet unter anderem geben und nehmen. In weiterer Folge, lernst du gezielt Personen anzusprechen die dir bei deiner Zielerreichung behilflich sein können. Das gute daran ist, dass du deine Peer-Gruppe hast, die dich bei all deinen Herausforderungen unterstützt und dir Feedback gibt, damit das alles auch gelingt.

Das wirklich gute daran ist, dass du damit gleichzeitig auch sichtbarer wirst. Ich weiß, viele denken hier sofort an die Selbstdarsteller auf Social Media und wollen diese Rolle nicht für sich beanspruchen. Das kann ich verstehen und denke, hier liegt häufig ein großes Misverständnis von Working Out Loud vor. Das Internet ist keine Echo-Kammer per se. Ein Echo kann nur dort entstehen, wo es auch Personen gibt, die deine Expertise benötigen. Das bedeutet, du musst dich nicht zwangsläufig auf Social Media selbstdarstellerisch präsentieren. Viel wichtiger ist es sich Gedanken zu machen, wo die Sichtbarkeit deiner Arbeit einen Mehrwert schafft. Auch das habe ich gelernt, weshalb ich inzwischen viel wählerischer im Umgang mit Social Media geworden bin.

Und bin ich nun glücklicher in meinem Job. Ja tatsächlich und das auch ohne einen Jobwechsel. WOL hat mir vor allem auch gezeigt was Selbswirksamkeit bedeutet. Ich konnte mein Netzwerk erweitern und habe nun immer wieder mal auch die Gelegenheit neben meiner Kerntätigkeit auch anderen behilflich zu sein. Das ist aus meiner Sicht nicht nur für mich positiv, sondern macht auch die Arbeit in unseren eher starren Strukturen ein wenig flexibler und übergreifender. Das wäre jedoch ohne die Sichtbarkeit für andere nicht möglich.

Zu guter letzt noch. Ist WOL der einzige Weg? Sicher nicht. Es gibt viele Wege, um seine Ziele zu erreichen. WOL ist für mich auch mehr als das zwölfwöchige Programm. Es ist eine Haltung und der Grund weshab ich weiterhin WOLl.

Maris

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